Hands off, Eyes off, Brain off – Zukunft der (E-)Mobilität? Seminar der Stuttgarter Regionalgruppe zum Automobil in einer Zeitenwende
Wie bewegen wir uns im Jahr 2030? Wie entwickelt sich das Thema der Elektromobilität in nächster Zeit und wie sollen wir fortschrittlichen Technologien gesellschaftlich begegnen, um potenzielle Verbesserungen in unseren Alltag zu integrieren? Mit diesen und vielen weiteren Fragen rund um Elektrifizierung, Automatisierung und Vernetzung der Automobilbranche beschäftigten sich 30 Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Alumni der Förderwerke vom 17. bis 19. November in den Räumlichkeiten des Fraunhofer IAO. Ausgerichtet wurde das Seminar im Rahmen des Projektwettbewerbs durch die Regionalgruppe Stuttgart-Ulm.
Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Elektrifizierung zukünftiger technologischer Entwicklungen rund um das Thema „Elektromobilität“, welches durch den Eröffnungsvortrag von Dr. Wolfgang Gründinger (Autor „Alte Säcke Politik“) eingeleitet wurde. Im Rahmen des Impulses wurden Chancen und Herausforderungen zukünftiger Mobilitätsentwicklungen aufgezeigt, welche anschließend in den am Nachmittag stattfindenden Workshops vertieft werden konnten. Während sich die Teilnehmenden binnen des Workshops von Dr. Stephan Koch mit den technischen und sozialen Hürden der Batterietechnologie auseinandersetzten, beschäftigten sich die Stipendiatinnen und Stipendiaten im Workshop geleitet von Dr. Corrado Nizzola (Daimler AG) mit den Unterschieden von Verbrennungs- und Elektromotoren und deren Bedeutung für die Zukunft des Mobilitätsdiskurses. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit im Workshop von Gerhard Rapport (Robert Bosch GmbH) einen Blick in die Trends und Anforderungen von Elektrofahrzeugen der Firma Bosch zu werfen. Im Abschluss an die intensive Workshoparbeit konnten dann gegen Abend haptische Eindrücke zum Thema „Elektromobilität“ während der Vorstellung des Teslafuhrparks der P3 Systems GmbH gesammelt werden, bevor die eigenen Batterien bei einem gemeinsamen Abendessen aufgeladen wurden. Bei dem nachhaltigen Catering der Stuttgarter Initiative „Übermorgen“ konnte dabei nicht nur nach Herzenslust geschlemmt, sondern ebenso über den bisherigen Tag diskutiert und erste Erkenntnisse ausgetauscht werden. Den Abschluss des ersten Tages bildete die öffentliche Podiumsdiskussion, bei welcher neben Wolfgang Gründinger, Prof. Dr. Hans-Christian Reuss (Leiter des Lehrstuhls für Kraftfahrzeugmechatronik, Universität Stuttgart), Welf Schröter (Deutscher Gewerkschaftsbund), Dr. Florian Herrmann (Fraunhofer IAO Stuttgart), Michael Hagel (Stadt Stuttgart) und Dipl.-Ing. Peter Fröschle (Vorstandsvorsitzender der Forschungsfrabrik Arena2036) konstruktiv und dennoch lösungsorientiert über innovative Neuerungen und gesellschaftliche Bedingungen zur Integration von elektromobilen Angeboten in den gemeinsamen Lebensalltag gestritten wurde.
Der Samstag begann mit neuem Tatendrang zum Thema „Automatisierung des Automobils“. Nach dem morgendlichen Input von Dr. Robin Schubert (BASELABS), welcher in einem spannenden Vortrag die verschiedenen gegenwärtigen und zukünftigen Formen automatisierten Fahrens erläuterte, konnten die Stipendiaten selbst aktiv werden und mögliche Vernetzungsangebote von ‚Car2Car‘ sowie ‚Car2Infrastructure‘ entwickeln. Nach einer kurzen Mittagspause mit Kuchen, Suppe und Cîche erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch Dr. Florian Herrmann vom Fraunhofer IAO einen Einblick in die Innovationen urbaner Mobilität und den daraus resultierenden Angeboten zur Konnektivität verschiedener Verkehrsteilnehmer. Der Nachmittag wurde anschließend wiederum zur eigenen und vertiefenden Arbeit durch verschiedene Workshopangebote genutzt: Claudius Schaufler und Nora Flanderl (Fraunhofer IAO) informierten dabei über das autonome Fahren in städtischen Kontexten, während Felix Röckle (Fraunhofer IAO) infrastrukturelle Gelingensbedingungen für die Nutzung autonomer Privatfahrzeuge sowie Taxiverbünden thematisierte. Im zweiten Slot konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiv mit Gabriela Wiechnik (moovle) über die urbanen Mobilitätsangebote der moovle Group diskutieren, sich mit Christoph Burghahn (Motionwerk) über Zukunftsvision nachhaltiger Mobilität austauschen oder bei Sven Lierzer (Bridging IT) und Stephan Riechle (EnBW) mehr über Innovationen im Bereich der Ladeinfrastruktur erfahren. Zum Ausklang des zweiten Tages erlebten die Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Alumni die Elektromobilität nochmals hautnah, anhand einer Fahrt mit dem Teslafuhrpark zur abendlichen Pizzeria in der Stuttgarter Innenstadt.
Zum Abschluss des Seminars fanden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Sonntagmorgen in den Geschäftsräumen von P3 Systems ein, um sich mit den dortigen Experten über Prozesse, Technologien und Qualitätsmanagement der Automobilbranche auszutauschen. Im Fokus der Diskussion standen zukünftige Strategien der Data Analytics als neue Kernkompetenz im mobilen Entwicklungsprozess. Nach einer gemeinsamen Zusammenfassung der vergangenen Veranstaltung verabschiedeten die Stuttgarter Stipendiatinnen und Stipendiaten die Teilnehmenden aus der Stadt des Automobils mit vielen neuen Ideen und Eindrücken zu Elektrifizierung, Automatisierung und Vernetzung zukünftiger Mobilitätsangebote.
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, Referenten, Helfern, dem Organisationsteam des Projetwettbewerbs sowie bei P3 und dem Fraunhofer IAO für die erfolgreiche Veranstaltung!